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VerfahrensrechtAnforderungen an die Erkennbarkeit des Sachverhalts für den Betroffenen

07.05.20255011 Min. Lesedauer IWW

| Beginnen die Behörden des Zollfahndungsdienstes oder die mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbehörden vor Ablauf der Festsetzungsfrist beim Steuerpflichtigen mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen, so läuft bekanntlich die Festsetzungsfrist insoweit nicht ab, bevor die aufgrund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind (§ 170 Abs. 5 S. 1 AO). Das FG Münster (23.1.25, 12 K 19/14 E; Rev. BFH X R 8/25, Einspruchsmuster) hat in diesem Zusammenhang zu den Anforderungen an die Erkennbarkeit der Ermittlungsmaßnahmen für den betroffenen Steuerpflichtigen Stellung genommen. |

Danach erfordert der Eintritt der Ablaufhemmung nach § 171 Abs. 5 S. 1 AO, dass für den Betroffenen erkennbar ist, auf welchen Sachverhaltskomplex sich die Ermittlungen der Steuerfahndung beziehen. Zumindest in groben Zügen müsse der objektive Umfang des Hemmungstatbestands auch in tatsächlicher Hinsicht erkennbar werden bzw. der Sachverhalt, im Sinne eines Ausschnitts aus der Lebenswirklichkeit, beim Steuerpflichtigen bekannt sein. Die Voraussetzungen einer rechtzeitigen Ablaufhemmung nach § 171 Abs. 5 S. 1 AO waren im Streitfall nicht gegeben, da nicht festgestellt werden konnte, dass die Klägerin überhaupt erkennen konnte, in welchen Angelegenheiten gegen sie ermittelt wurde.

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