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ZurückbehaltungsrechtMan muss das Zurückbehaltungsrecht nicht nur haben, sondern sich auch darauf berufen

07.10.20229404 Min. Lesedauer IWW

| Eine Berufung auf das Zurückbehaltungsrecht ist nur möglich, wenn man es auch ausgeübt hat, d.h., die ausdrückliche Erklärung abgegeben hat, sich auf das Zurückbehaltungsrecht zu berufen. Allein dessen Bestehen reicht nicht. Das Zurückbehaltungsrecht kann auch nicht konkludent ausgeübt werden. |

Insbesondere reicht es nicht, wenn man sich in einem Herausgabeprozess erstmals darauf beruft (Palandt/Grüneberg, BGB, § 273, Rz. 19). Dann nämlich war der Steuerberater mit dem geltend gemachten Zurückbehaltungsrecht in Verzug. Das Zurückbehaltungsrecht schließt Verzug nur aus, wenn es vor oder bei Eintritt der Verzugsvoraussetzungen ausgeübt wird. Mit der zu späten Ausübung des Zurückbehaltungsrechts hat der Steuerberater Anlass für die Klage geboten mit der Folge, dass er die Kosten des Verfahrens zu tragen hat! Dazu zählen nicht nur die Gerichtskosten, sondern auch die Kosten des eigenen sowie des gegnerischen Anwalts. Ein Fehler, der für den Steuerberater teuer werden kann.

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