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PatientenversorgungMangelernährung im Krankenhaus: DGE sieht dringenden Handlungsbedarf

Leseprobe12.03.20262 Min. Lesedauer IWW

Etwa 16 Prozent der Patienten in Kliniken sind untergewichtig, 42 Prozent haben unbeabsichtigt an Gewicht verloren. Insbesondere die COVID-19-Pandemie hat das Risiko für Mangelernährung verschärft. Das geht aus dem 15. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hervor (online unter iww.de/s15272). Der Bericht basiert auf den nutritionDay-Daten, einem weltweit durchgeführten Projekt zur Sensibilisierung für das Thema Mangelernährung in Kliniken und Pflegeheimen.

Das nutritionDay-Projekt als Datenbasis

Das nutritionDay-Projekt, existiert seit 2006 und hat das Ziel, auf Ernährungsprobleme in stationären Behandlungseinrichtungen aufmerksam zu machen. Die gesammelten Daten ermöglichen eine Bewertung der Ernährungsversorgung und der Risiken. Bei der letzten Erhebung wurde festgestellt, dass nur 37 Prozent der Krankenhauspatienten ihr Mittagessen am nutritionDay vollständig verzehrt haben. Dies spiegelt sich auch in den Pflegeeinrichtungen wider, wo 23 Prozent der Bewohner untergewichtig sind und 11 Prozent als mangelernährt eingestuft werden.

Ergebnisse des Forschungsberichts

Die Forschung zeigt, dass unzureichende Ernährung erhebliche gesundheitliche und ökonomische Folgen hat, wie z. B. höhere Komplikationsraten und längere Krankenhausaufenthalte. Die Liste möglicher Ursachen für Mangelernährung ist umfangreich. Neben individuellen Faktoren spielen auch die Qualität der Versorgung, die Gestaltung der Mahlzeiten und die pflegerische Unterstützung beim Essen eine entscheidende Rolle.

Das sind die zentralen Ergebnisse der Analyse

  • Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Ernährungsversorgung: Es wird empfohlen, die Fachkompetenz in Form von qualifiziertem Personal zu erhöhen, standardisierte Handlungsanleitungen zu entwickeln und interdisziplinäre Teams zu formieren. Patientenbeteiligung sollte durch flexible Essensauswahl und regelmäßige Zufriedenheitsbefragungen gefördert werden.
  • Erhöhung der finanziellen Mittel: Auf politischer Ebene ist eine Vereinheitlichung und Verbesserung der Ressourcen, insbesondere der Budgets für Verpflegung, erforderlich. Zusätzlich sollten Standards zur Dokumentation und Erfassung der Ernährungssituation etabliert werden.
  • Einsparpotenzial durch bessere Ernährungsversorgung: Eine Modellrechnung zeigt, dass durch Verbesserung der Ernährungsversorgung in deutschen Krankenhäusern Kosteneinsparungen von circa 1 Mrd. Euro jährlich durch reduzierte Aufenthaltsdauern möglich sind.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die bestehende Diskrepanz zwischen benötigten und verfügbaren Ernährungsressourcen sowohl auf institutioneller als auch auf politischer Ebene dringend behoben werden muss. Nur so kann eine qualitativ hochwertige Ernährungsversorgung gewährleistet und die durch Mangelernährung entstehenden Kosten effektiv gesenkt werden.

Quelle:
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): 15. DGE-Ernährungsbericht. Bonn, November 2024, online unter iww.de/s15272

ID: 50781499

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